Herkunft bzw. Geschichte des Bosals

Als Bosal wird das aus Rohhaut gefertigte Stück bezeichnet, welches zum Reiten benutzt wird. Es kommt ursprünglich aus der altkalifornischen Reitweise und dient als Ausbildungszäumung. Immer häufiger sieht man das Bosal auch beim Springen und bei der klassischen Dressur. Mit einem Bosal an sich kann man noch nicht reiten, erst mit dem Bosal-Hanger (Lederriemen, an dem das Bosal „hängt“) und der Mecate (=Zügel) ist es komplett. Die korrekte Bezeichnung lautet dann „Altkalifornisches Hackamore„. Achtung nicht verwechseln mit dem „Mechanischen Hackamore„.

Unterschied: Altkalifornisches Hackamore und mechanisches Hackamore:

Altkalifornisches Hackamore mit traditioneller Mecate aus Pferdehaar

Mechanisches Hackamore

 

Zurückverfolgen lassen sich die Ursprünge des heutigen Bosals bis auf 711. Damals fiel eine maurische Armee von etwa 7.000 Berbern und ca. 300 Arabern in Spanien ein und begannen eine eher friedliche Tyrannei über die Iberische Halbinsel, welche etwa 800 Jahre andauern sollte.  1

Neben Orangen, Oliven, der Musik, der Mathematik, Seiden- und Silberarbeiten und der Poesie kam mit den Mauren auch ein „Werkzeug“ mit, welches noch eine große Rolle in der europäischen Reitschule spielen sollte. Die Mauren nannten es „Al-Hakma„, die Spanier sagten dazu „la Jaquima„. „Jaquima“ ist das Spanische Wort für den aus Rohleder geflochtenen Zaum, aus dem das amerikanisierte „Hackamore“ entstand. 2. Das maurisch-andalusische Hakma war ein einfacher Nasenriemen, der aus Materialien geflochten wurde, die man gerade zur Hand hatte. Diese Hakmas wurden auf Kamelen benutzt. Erst als die Araber damit begannen, Pferde zu trainieren übernahmen Sie diese Nasenriemen für Ihre heißblütigen Pferde.

Im arabischen wurde das Hackamore „Hakima“ genannt, welches aus dem arabischen wörtlich übersetzt bedeutet „die Heilende„. Dies hat eine ganz einfache Bewandtnis, da die Hakima speziell bei jungen Pferden eingesetzt wurde, welche im Zahnwechsel waren. Um das Pferd in seinem Maul nicht noch zusätzlich mit unnötigem Metall zu stören,  wurde also das Bosal benutzt.

Ob es nun das Hakma, die Furcht vor den maurischen Taktiken, oder die Schnelligkeit und Geschicklichkeit Ihrer kleinen Wüstenpferde war, die spanischen Truppen waren den nordafrikanischen Gegnern einfach nicht gewachsen. Die Mauren waren eher wohlwollende Herrscher, die in den 800 Jahren, in denen sie Spanien regierten, Ihren Untertanen sehr viel lehrten. Aber auch die Mauren konnten von den Spaniern profitieren und lernen so viel über das Gebiss mit denen die spanischen Pferde geritten wurden. Durch die Vermischung dieser beiden Pferdekulturen wurde der Grundstein für das Hackamore gelegt, welches heutzutage als das Markenzeichen eines amerikanischen Reiters gilt. ‚… la jaquima …‘ „… Hackamore“ bzw. später in der Ausbildung auch in „Two Reins“ (Reiten mit mit Stange und Bosalito).

Als die Conquistadores in 1536 den amerikanischen Westen erreichten, begannen sich die Anforderungen an die Pferde sofort zu ändern. Sie wurden von Kavalleriepferden zu Hirtenpferde. In dieser Zeit entwickelte sich auch der spanische Kriegssattel mit seiner Gallerie weiter zu einem Sattel mit einem Horn. Der Sattel wurde etwas dicker, aber nicht breiter in seiner Bauart. Auch die Gebisse wurden raffinierter und abwechslungsreicher. Die spektakulären Kriegsmanöver mit den Pferden wurden nun bei Grizzly-Ropings (Grizzlys wurden mit Hunden getrieben und mit dem Lasso eingefangen) eingesetzt.
Auch in Spanien gab es Veränderungen. Die spanischen Kriegspferde fand man in den Stierkampfarenen wieder, die für den Rejoneador (Torrero auf dem Pferd) unglaublich wichtig wurden.

Die Jahre zeigten weitere Veränderungen und so wurde schließlich der Kappzaum von den Spaniern entwickelt. In der heutigen Zeit sind es vor allem „Cavemore“ und „Cevecons“ die immer mehr an Beliebtheit gewinnen und deren Ursprung sicherlich auf die Mauren zurückzuführen sind.

 

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April 2019 © Viktoria Bergér
  1. Von Quelle: Phetsy Calderon, www.home.earthlink.net/~phetsy/bosal.html
  2. Vgl. Buch, Hackamore Reinsman von Ed Connell